Moonlightzauber in Ladbergen: Der Cup geht nach Ostbevern – Halen triumphiert im Mattenrutschen

Am Samstag um 22 Uhr Ortszeit waren wir alle schlauer: Nach sechs Stunden Budenzauber, zwölf gelungenen Übersteigern und vier verletzungsfreien Rabonas stand der BSV Ostbevern als neuer amtierender Champion des renommierten Ladberger Moonlight-Turniers fest. Die Mannen von der Bever setzten sich in einem hochklassigen Finale im Neunmeterschießen gegen Partysan Pressschlag aus Münster durch. Der SC Halen zog unterdes in die Sporthistorie ein und wurde weltweit erster Champion im großen Ladberger Mattenrutschen.

 

Gute Stimmung und viele Tore auf dem Rott

Wer am Samstag nicht da war, ist selber schuld: Getragen von der guten Stimmung auf den Rängen wurde auf dem heiligen Parkett der ausverkauften Ladberger Sporthalle Fußball auf gewohnt sehenswertem Kreisliga C-Niveau geboten. Vor allem die mitgereisten Massen aus Dörenthe versetzten die Sporthalle mit ihren penibel einstudierten Klatsch-Choreografien in ein stimmungsvolles Ambiente: Es wurde gesungen, getrunken und geschunkelt. Hallenlegende Manni erhitzte die Heißwürstchen, dass es eine reine Wonne war. Und auch die Besucher, die tatsächlich zum Fußball schauen angereist waren, kamen auf ihre Kosten: Nicht weniger als 129 erzielte Tore gab es am Samstag zu bestaunen, die Buden beim Warmmachen der Mannschaften noch nicht mal mitgerechnet. Darunter auch ein unfreiwilliger Treffer per Heber von Zeremonienmeister Holger Brandt – insgesamt also ein rundum toller Tag. Einzig, dass die Schnitzelbrötchen bereits ausverkauft waren, als ich Hunger hatte, geriet zum Wehrmutstropfen.

 

Vorrunde Gruppe A: Souveränes Weiterkommen für Ladbergen IV und Dörenthe II

Nach dem offiziellen Wacholderempfang in stilvoller Abendgarderobe öffnete die Sprecherkabine der Sporthalle am Samstag pünktlich zu 16 Uhr ihre Mikrofone: Hallensprecher und Großgrundbesitzer Henner König begrüßte gemeinsam mit dem Kreisliga C-Experten Bastian Apitz die angereisten Massen. Anschließend eröffneten die SG Hölter und Stella Bevergern II den Moonlight-Cup 2018 mit der ersten Partie. Hier behielt Bevergern mit 5:3 die Oberhand – nützte ihnen aber nichts, am Ende sollten sie genau wie die Hölteraner Mannen nur zum Mattenrutschen angereist sein. Die große Schwester von #stella3 unterlag ebenso wie das Team von Hölter-Jahrhundertcoach Uwe Bettler in den Folgepartien den Mannschaften von Dörenthe und Ladbergen IV, welche ihre Ausnahmestellung in der Kreisliga C2 damit weiter untermauerten. Im entscheidenden Spiel um den Gruppensieg behielt die Ladberger Lokalvertretung gegen Dörenthe mit 4:2 die Oberhand, wodurch man dem Sieger der Gruppe B aus dem Weg gehen konnte.

 

Vorrunde Gruppe B: VfL3 scheitert im Entscheidungsspiel gegen die Old Stars

In der Todesgruppe B zeichnete sich ein sehr spannendes Bild. Unseren Ortsnachbarn aus Greven wurde Losfee Jürgen Klinsmann zum Verhängnis, gegen die scheinbar übermächtigen Gruppengegner landete man punktlos auf dem letzten Tabellenplatz. Dies war allerdings kein Problem für die gut aufgelegten Städter, die ihr Turnierziel „dabei sein“ unterm Strich erfüllt hatten und später im Mattenrutschen gar noch am Eintrag in die Geschichtsbücher kratzen.

Die anderen drei Teams machten das Weiterkommen in Gruppe B unter sich aus: Turnierneuling Dynamo Tresen hielt sich beinahe gänzlich schadlos und rangierte am Ende der Gruppenphase ohne Niederlage auf dem ersten Tabellenplatz. Dahinter war es denkbar eng: Vor der entscheidenden Partie VfL3 gegen Old Stars wies die dritte Mannschaft vier Zähler vor, die Old Stars hatten bis dato nur drei Punkte auf der Habenseite – VfL3 reichte somit bereits ein Unentschieden zum Weiterkommen. Die Old Stars spielten in der Folge allerdings ihre ganze Routine aus und trafen die Dritte mit einem 2:0 Sieg mitten ins Herz. Dynamo Tresen und die Old Stars qualifizierten sich für die Zwischenrunde, für unsere Dritte blieb am Ende genau wie für Greven nur der harte Gang an die Absprungkante.

 

Gruppe C: „No Name“ Pressschlag überrascht die Konkurrenz

Im Vorfeld des Turniers hatten viele Experten die Erstvertretung von Grün-Weiß Lengerich und die zweite Mannschaft von Ostbevern zu den klaren Turnierfavoriten gezählt. Vielerorts hieß es auch, die beiden würden den Gruppensieg unter sich ausmachen – doch dann war da ja noch diese große Unbekannte, Partysan Pressschlag aus der Bunten Liga Münster. Die Großstädter überraschten bereits in ihrer ersten Partie viele der anwesenden Kreisligafußball-Sommeliere mit raffinierten Spielzügen und trickreicher Ballfinesse: Man besiegte den nominell höchstspielenden Kreisliga B-Club BSV Ostbevern II mit 4:3. Hinzu gesellten sich auf der Ergebnisseite ein 2:0 Sieg gegen Lengerich und ein 1:1 gegen Halen, was letztlich zum umfeierten Gruppensieg langte. Der BSV musste sich mit dem zweiten Platz begnügen und zog ebenfalls in die Zwischenrunde ein.

Für Halen ging es trotz einiger Achtungserfolge im Anschluss an die letzte Partie der Vorrunde direkt ab zum Mattenrutschen. Lengerich wurde es indes zum Verhängnis, dass sie scheinbar die erste und die zweite Mannschaft verwechselt hatten: Ohne Punktgewinn und ohne Torerfolg hieß es postwendend: Heimreise antreten!

 

Großes Ladberger Mattenrutschen: Der SC Halen zieht in die Geschichtsbücher ein

Pünktlich zur GZSZ-Zeit um 19.40 Uhr wurde es im Anschluss an die Vorrunde dann geschichtsträchtig: Die Besucher der Sporthalle auf dem Rott wurden Zeitzeugen des ersten großen Ladberger Mattenrutschens. Was in Fachkreisen schon lange als geheimes Turnier-Highlight gehandelt wurde, zog die Massen direkt in seinen Bann: Schnell geriet der Fußball zur Nebensache, als die Special Teams der ausgeschiedenen Mannschaften zum stilvollen Dahingleiten antraten.

Durch fußballerisch fragwürdige Leistungen in der Vorrunde hatten sich neben den Lokalmatadoren vom VfL3 auch die Teams aus Bevergern, Hölter, Greven und Halen für das große Mattenrutschen qualifizieren können. Grün-Weiß Lengerich schien unterdessen mit einem festen Weiterkommen gerechnet zu haben und hatte den beherzten Sprung auf die blaue Weichfläche im Vorfeld wohl nicht ausreichend geübt – folgerichtig trat man beim Mattenrutschen gar nicht erst an und fuhr vorzeitig nach Hause.

Schon mit dem Rutsch des ersten Teams aus Bevergern entwickelte sich die Halle zum wahren Hexenkessel. Die Männer in Grün traten durchaus zuversichtlich an die Startlinie, erwischten den Absprung aber scheinbar nicht ganz optimal und hinterließen eine durchaus machbar erscheinende erste Vergleichsmarke für die Konkurrenz. Die erwählte Dreierkombo der SG Hölter machte es anschließend zwar etwas besser, konnte die Bevergerner Rutschdistanz aber auch nicht gerade in Grund und Boden stampfen und setzte ihren Telemark nur kurz hinter den Landepunkt von Stella.

Nun waren die ersten beiden Marken gesetzt, die Ausgeschiedenen der Gruppe B waren an der Reihe. VfL3 setzte voll auf theoretisches Knowhow und ließ seine studierten Menschen auf die Matte hüpfen – aber die Gesetze der Physik gilt es eben auch in der Praxis zu beherrschen. So konnten die Ladberger die bestehende Bestmarke der Hölteraner zwar überbieten, waren am Ende aber nicht mehr und nicht weniger als Kanonenfutter für die Rutschmonster aus Greven, die die bestehende Bestmarke anschließend mit einigen Mehrmetern pulverisierten.

Nach dem schönen Versuch der Grevener schien der Sieger bereits festzustehen, zu groß war der Klassenunterschied zu den ersten drei Teams gewesen. Doch dann kam der große Auftritt des SC Halen 58: Getragen von den Fanschreien landeten das Halener Special Team beinahe in der gegenüberliegenden Spielfeldbegrenzung – ein wahrlich außerordentlicher Rutsch. Jeder Sportfilm-Drehbuchautor wäre neidisch gewesen auf diesen Storyverlauf, so etwas kannst du dir gar nicht ausdenken. Der verdiente Titelträger geht nicht nur in die Geschichtsbücher ein, sondern durfte sich auch über einen außerordentlich schönen Pokal samt Gutscheinkarten für einen freien Eintritt in eine Matratzen Concord-Filiale nach Wahl freuen. Wir gratulieren noch einmal ganz herzlich.

Das lokale Großereignis schlug übrigens auch überregional Wellen: Wie nun bekannt wurde, sollen dem Turniervorstand bereits offizielle Anfragen an den konzeptionellen Rechten vorliegen. ProSieben plant die große Promi-Mattenrutsch-WM, Joey Kells hat bereits zugesagt und „bereitet sich gewissenhaft vor“, so sein Management. Nach einem derartigen Erfolg müssen sich die Turnierorganisatoren nun mit der unbequemen Fragestellung beschäftigen, wie es mit dem Moonlight-Cup zukünftig weitergehen soll: Wird nächstes Jahr überhaupt noch Fußball gespielt? Oder wagt man den Schritt, ein reines Trendsport-Turnier zu werden und das runde Leder gänzlich außen vor zu lassen? Wir dürfen mehr als gespannt sein.

 

Die Zwischenrunde / Gruppe A: VfL4 überrascht, Partysan erreicht das Finale

Die Gruppe A der Zwischenrunde setzte sich aus der vierten Mannschaft des VfL Ladbergen, Partysan Pressschlag aus Münster sowie dem zweimaligen Champion VfL Ladbergen Old Stars zusammen. Im ersten Spiel der Gruppe überraschte VfL4 und landete einen 4:2 Erfolg gegen die selbstverschriebenen Titelaspiranten von den Old Stars. Auch im zweiten Gruppenspiel war das Glück nicht auf Seiten des Rekordtitelträgers, am Ende einer streckenweise sehr spannenden Partie sprang gegen die Partysanen beim Endstand von 3:3 nur ein Punkt heraus. Einer der Turnierfavoriten verpasste damit überraschend gar das Spiel um Platz drei – wohlmöglich war dies auch dem Umstand geschuldet, dass man nach eigener Aussage „ schon leicht einen auf dem Auge“ hatte und der Torhüter bereits vor Anpfiff kräftig pumpen musste.

Im Endspiel um den Gruppensieg war Partysan Pressschlag zum Siegen verdammt – und hielt dem Druck stand. Gegen die Ladberger Mannen von Chefcoach Mohammed Majed ließen die Domstädter nichts anbrennen und sicherten sich mit 4:0 gegen VfL4 den Platz im Finale.

 

Die Zwischenrunde / Gruppe B: Dörenthe verpasst Finale aufgrund des Torverhältnisses

In der Gruppe B hielten die Zweitplatzierten der Vorrunde überraschend klar die Oberhand: Dynamo Tresen, in der Vorrunde noch ungeschlagen, konnte in beiden Partien keinen Punkt einfahren und verpasste damit die Platzierungsspiele. Die Dynamos unterlagen dem Stammtisch vom goldenen Anker mit 2:3 und kassierten gegen die Ostbeveraner eine deutliche 2:8 Niederlage. Eben diese acht erzielten Treffer waren für den BSV letztlich bares Gold wert: Im entscheidenden Spiel um den Finaleinzug in Gruppe B trennten sich Dörenthe und Ostbevern 2:2. Somit hatten beide Teams vier Zähler auf dem Konto, Ostbevern konnte aber das klar bessere Torverhältnis aufweisen und schickte die mittlerweile äußerst beschwingt aufspielenden Mannen aus Dörenthe ins kleine Finale.

 

Die Finalspiele: Dörenthe reicht ein Tor, Ostbevern beweist Nervenstärke vom Punkt

Das Spiel um Platz drei fungierte als rassiger Direktvergleich zwischen dem Tabellenführer der Tecklenburger Kreisliga C2 und seinem direkten Verfolger: Die Ligarivalen SC Dörenthe II und VfL Ladbergen IV trafen aufeinander. In einer engen Partie reichte den Gästen aus Dörenthe am Ende ein einziges Tor für Platz drei und das zugehörige Toilettengolf-Spieleset.

Das Finale war an Nervenkitzel dann kaum zu überbieten: Nach 12 umkämpften und hochklassigen Spielminuten dröhnte die Sirene zum Endstand von 1:1. Nun erreichte die Spannung ihren Siedepunkt: Die Entscheidung vom Punkt musste her. Hier verwandelten die ausgewählten Schützen beider Teams zunächst vier der fünf Versuche, es ging in den Sudden Death Modus – ein Krimi, wie ihn nur der Sport selbst schreiben kann, den wir alle so sehr lieben.

Eine aktuelle Studie der UEFA beziffert die Wahrscheinlichkeit eines Sieges des Teams, welches im Elfmeterschießen beginnt, auf 60%: Der psychische Druck beim nachziehenden Schützen ist wesentlich höher, was letztlich zum gehörigen Nachteil mutiert. Zukünftig soll deshalb der neue „ABBA“-Modus, welcher bereits vergangenen Sommer bei der U17-EM der Frauen in Tschechien getestet wurde, das Elfmeterschießen revolutionieren und diesen Nachteil wettmachen. Leider war aber eben dieser Modus trotz mehrfacher Anfrage der Turnierverantwortlichen von der UEFA noch nicht für das Ladberger Moonlight-Turnier freigegeben worden. Wohlmöglich ein weiteres Zeichen verhärteter Fronten zwischen dem VfL3 und der UEFA, nachdem der Fußballverband das YouTube-Video der Turnierauslosung wegen vermeintlich unrechtmäßiger Nutzung des Champions League-Intros zunächst ohne Rücksprache hatte sperren lassen (ich bin übrigens immer noch sauer, Herr Čeferin!).

Ohne den neuen Modus sollte sich auch in Ladbergen diese Statistik bewahrheiten: Nachdem die nächsten Schüsse auf beiden Seiten zunächst saßen, mutierte der Ostbeveraner Keeper zum Helden und parierte beim Stand von 9:8 den nachziehenden Schuss des Münsteraner Pechvogels des Tages. Es folgten Bilder, wie sie unterschiedlicher kaum sein können: Auf der einen Seite wiegen umfeierte Jubeltrauben in Glückseligkeit, auf der anderen Seite übertüncht die bittere Enttäuschung für einen kurzen Moment den Stolz auf die erreichte Silbermedaille.

Spätestens bei der darauffolgenden Siegerehrung hatten aber alle Beteiligten ihre Emotionen wieder im Griff, als die vier bestplatzierten Teams im Blitzlichtgewitter ihre sehenswerten Sachpreise stolz entgegennahmen und gebannt den Lobreden von Kreisliga-Fußballexperte Bastian Apitz lauschten. An dieser Stelle gratulieren wir noch einmal ganz herzlich den neuen Moonlight-Champions vom BSV Ostbevern II, die den Wanderpokal im kommenden Jahr hoffentlich wieder mit nach Ladbergen bringen. Leider konnte die SG Hölter den Pokal dieses Jahr nicht wie gewohnt stehlen und erneut für ein Jahr sicher verwahren.

 

Publikums-Sonderpreis für Partysan Pressschlag

Neben den offiziell ausgelobten Preisen gebührte den aus weiter Ferne angereisten Domstädtern von Partysan Pressschlag noch eine ganz besondere Ehre: Das Tunierkomitee überreichte zum Ende der Veranstaltung den bis dato geheimen Publikumssonderpreis für die sympathischste Mannschaft. Die Anreise des gesamten Partysan-Teams mit der regionalen Buslinie R51 mit über 36 Haltestellen und die zugehörige Live-Berichterstattung in den sozialen Medien hatte die Jury bei ihrer Wahl überzeugt. Die Münsteraner durften sich über nicht käuflich erwerbbare VIP-Karten für ein Spiel des VfL Ladbergen III nach Wahl freuen, inklusive Begrüßungsgetränk und Meet & Greet mit den Superstars aus dem Heidedorf. Wir freuen uns auf euren Besuch!

 

DANKE! an alle Mannschaften und die Fans

Insgesamt war der Moonlight-Cup 2018 ein tolles Event, welches nach Wiederholung schreit. Der Turniervorstand möchte sich ganz herzlich bei allen Besuchern und Teilnehmern sowie den freiwilligen Helfern bedanken ♥ Schön, dass wir ein derart freundliches und faires Miteinander erleben durften – stellvertretend hierfür steht sicherlich der Umstand, dass der einzige Krankenwagen des Tages kommen musste, weil Peter S. (Name von der Redaktion geändert) von Dynamo Tresen beim Übersteigen der Bande ohne Fremdeinwirkung verunglückte und so die Zahl unfallfreier Tage beim VfL wieder auf Null setzte. Trotzdem schön, dass ihr auch da wart. Wir wünschen gute Besserung!

Wir vom Orgateam freuen uns bereits auf eine Wiederauflage. Man sieht sich dann beim großen Ladberger Mattenrutschen 2019, ganz gleich ob mit oder ohne Begleitfußball.

 

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