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Der Ball ist rund und am Ende gewinnt Arminia
“Das war ein typischer Bayernsieg.” Treffender wie Meistercoach Toni Heeke von Arminia Ibbenbüren kann man es nicht formulieren. Mit 1:2 unterlagen unsere C-Mädchen im letzten Pflichtspiel ganz unglücklich nach einer ihrer spielerisch und kämpferisch besten Saisonleistungen. Danach gab´s aber die große, gemeinsame Abschlussfeier und die Gewissheit, dass hier die beiden besten Teams des Kreises aufeinander getroffen sind.
Unsere Mädels spielten von Anfang an einen schönen, durchdachten Fußball und waren fast immer den berühmten Schritt schneller am Ball. Daraus resultierte auch eine Überlegenheit im Ballbesitz: 59% Ballbesitz für die SG Saerbeck-Ladbergen, standen 41% Ballbesitz der Arminia in der ersten Hälfte gegenüber.
Hatten unsere Mädels in der ersten Begegnung zu Saisonbeginn noch ehrfurchtsvoll der Arminia beim Spiel “zugeschaut”, so war dieser Komplex zum Glück durch unsere Psychologische Abteilung eindrucksvoll behoben worden. Jetzt kamen die Aktionen von unserem Team und die Arminen konnten nur reagieren.
Gleich zweimal rettete das Aluminium für die Ibbenbürenerinnen. Immer wieder erspielten sich unsere Mädels hochkarätige Chancen. Was fehlte war das Tor. Der finale Abschluss. Da pfiff so mancher Ball von Wiebke Wallner, von Pia und Ina Teltenkötter knapp am Tor vorbei, aber wie heißt es doch: Knapp daneben ist eben auch vorbei…
Und wenn die Arminen mal über die Mittellinie in Richtung unseres Tores kamen, dann war es Hannah Ehrentreich, die absolut souverän die Flanken des Gegners einfach wegfischte. Für mich auch eine der Entdeckungen der letzten Spieltage. Eine super Torhüterin und das schon ganz ohne Torwarttraining. Hannah, darüber müssen wir unbedingt reden!
So ging es in die Halbzeit. Auch nach dem Wechsel ersteinmal das gleiche Bild. Unsere Mädels immer wieder einen Schritt schneller, immer einen Fuß dazwischen, wenn es mal eng wurde. Hier ganz großartig heute Verena Meyer. Super souverän mit nochmals ansteigender Formkurve.
Auch Inga Kordes spielte als linke Verteidigerin einen klasse Part, stand gut zum Gegner und leitete mit wuchtigen Pässen in die Spitze immer wieder gefährliche Situationen ein. Damit überspielte sie das komplette Ibbenbürener Mittelfeld, welches über den gesamten Spielverlauf nie richtig ins Spiel und ans kombinieren kam. Hut ab auch vor Alina Elsbecker, die trotz leichter Bänderdehnung im Knöchel einen guten Part gegen die gefährlichste Ibbenbürener Angreiferin gespielt hat.
Auf halbrechts kam heute Ronja Tillmann auch sehr gut ins Spiel, die eindeutig mehr Ballkontakte hatte, als noch vor wenigen Wochen auf dieser Position. Das läßt noch einiges für die kommende Saison erwarten. Da freue ich mich auch schon sehr darauf.
Gleiches gilt für halblinks: Aylin Egilmez ist mittlerweile viel flexibler einsetzbar. Ein souveräner Part auf der linken Seite und wenn es darum ging unserer Inga zu helfen, die sich nach einem Zusammenprall leicht verletzte, dann klappte auch das. Das ist echter Teamgeist. So soll es sein.
Ganz klasse ergänzten sich heute unser Capitano Tessa Egbert und die bravourös kämpfende Hannah Springmann. Mittlerweile ein kongeniales Paar. Spielerisch hat Hannah in dieser Saison enorm zugelegt und an Selbstvertrauen gewonnen. Sie hat sehr von dem großen Spielverständnis unseres Capitanos profitiert und zahlt es ihr dahingegen zurück, als das sie Tessa um viele Abwehraufgaben erleichtert und immer dahin geht, wo es auch mal weh tut.
Das schafft Freiheiten für die Kreativabteilung. Da standen mit Wiebke “Poldi” Wallner, und den Geschwistern Teltenkötter ganz excellente Spielerinnen im Angriff. Ein ums andere mal wirbelten sie die Arminenabwehr durcheinander. Ich habe selten einen solchen Hühnerhaufen bei den Arminen gesehen. Und das soll wirklich was heißen.
Eine Mannschaft ist aber nur so gut, wie die Reservebank und da kann man allen nur ein Kompliment machen. Toller Einsatz “Lovely Lena” (das hört sich doch gut an, oder…? Ist nicht von mir: das habe ich von einem Kommentator vom Eurovision Song Contest… 12 Points for L. L. …); ach ja und für´s nächste Mal: du darfst ruhig selbst ein Tor schießen, auch wenn Wiebke oder Ina in der Nähe stehen. Hau ruhig mal drauf.
Und -das möchte ich nochmal betonen- unsere Svenja hat sich wirklich gemacht. Oft zur richtigen Zeit am richtigen Ort den Gegner stören und das ein oder andere gute Abspiel, mal den Ball behaupten, wenn es wichtig ist. Das muss man erstmal gegen ein solch gutes Team, wie das der Arminia, machen.
Und nicht zu vergessen: unsere Alice, die im Moment am flexibelsten einsetzbar ist und die oft von ihrer Schnelligkeit profitiert. Für ihre Gegenspielerinnen wirklich unangenehm. Und heute auf der linken Seite im Zusammenspiel mit Wiebke echt stark im Pressing. Weiter so.
Trotzdem, erinnern wir uns an den Titel des Artikels: Nach insgesamt 56,5% Ballbesitz für unsere Mannschaft, einem Torschussverhältnis von 21 :7 für unsere SG, durfte am Ende die Arminia jubeln.
15 Minuten vor Schluss mussten wir auf unseren Capitano verzichten. Danach gab es eine Minute der Unordnung und wie es sich für einen Meister gehört: unser Capitano war noch nicht ganz in der Kabine verschwunden, da nutzten die Ibbenbürener ein kleines Abstimmnungsproblem in unsere Abwehr und netzten eiskalt und unhaltbar zum 1:0 ein.
Noch´n Spruch: Das ist Fußball. Und gleich noch einer hinter her: Wer seine Chancen nicht nutzt… ja, ja , den Rest brauche ich nicht zu erklären. Ihr kennt ihn alle.
Das gab den Arminen Auftrieb und sie trauten sich für ein paar Minuten etwas mehr zu: ein Weitschuss konnte nicht festgehalten werden und der Abpraller wurde zum 2:0 genutzt. Tja, so kann´s gehen, aber “Kopf hoch Mädels”, ihr habt klasse gespielt und nächste Saison sind sie fällig… ich sag´s euch.
Auch die Engländer haben nach dem legendären spruch von Garry Linnecker, damals englischer Nationalspieler (Der Ball ist rund und am Ende gewinnt Deutschland.) uns zu Hause mal richtig weggeputzt. Und das machen wir auch: In der neuen Spielzeit!
Was bleibt: Ganz klar das schönste Tor des Tages, erzielt von Pia Teltenkötter mit einem tollen Schuss in den Giebel aus ca. 16,32 Metern und dem herrlichen Assist von unserer Kämpferseele Hannah Springmann.
Und ich sach euch. Noch zehn Minuten länger und wir hätten sie weggehauen. Denn Fußball is wie Schach ohne Würfel.
Danach haben wir zusammmen mit den Mädels aus Ibbenbüren bei eher winterlichen Temperaturen “Beachsoccer” gespielt, gegrillt, gequatscht, philosophiert und einfach Spass gehabt und den B-Mädchen der Arminia zum Aufstieg in die Westfalenliga gratuliert.
Während ich hier schreibe, läuft gerade bei Hannah im Zimmer: “Schland, oh Schland!!!” - Ist doch irgendwie gut, wenn man sich selbst nicht zu ernst nimmt und der Sport für “Good Vibrations” sorgt.
Für mich geht eine tolle Saison zu Ende. Es hat mir sehr viel Freude gemacht, mit dieser klasse Truppe und mit meinen Kollegen Michaela Rhymer und Mathias Schmidt dieses Abenteuer Spielgemeinschaft zu bestreiten. Und danke an alle Eltern. Ohne euch und eure Unterstützung wäre das nie so gegangen! Danke auch an die beste aller Ehefrauen für das große Verständnis, dass Fußball schon zieeeemlich wichtig ist.
Natürlich auch ein Dankeschön an Falke Saerbeck und an den VFL Ladbergen. Schön, dass ihr dieses Projekt möglich gemacht habt.
Ach ja, und zum Schluss ein Gruss an die Scouting Abteilung des BSV (heißt das eigentlich Bergsportverein?) Brochterbeck, bzw. an den dortigen Internetlesedienst: In diesem Jahr halten wir es ähnlich, wie Felix Magath es mit Manuel Neuer hält: Ihr könnt alle haben; nur unsere Mädels sind derzeit unverkäuflich.
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