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Furioses Finale

von Karsten Springmann am Juni 13th, 2010

Wenn es am vergangenen Samstag einen richtig glücklichen Menschen gab, dann war das unser Trainerkollege Stefan Elsbecker.  Hatten ihm doch seine D-Mädchen selbst zum Saisonende in einem nervenaufreibenden, hochspannenden Spiel das schönste Geschenk gemacht: die Vizemeisterschaft. Hier sein Bericht:

Sieg und Unentschieden bringen den überraschenden zweiten Platz

Zum Ende der Meisterschaft drehten die D-Mädchen der SG Saerbeck/ Ladbergen so richtig auf und erreichten am Ende den völlig überraschende zweiten Platz in der Tabelle hinter der „Übermannschaft“ von Arminia Ibbenbüren, die bereits seit Wochen als Meister feststanden. Zunächst trafen die SG-Mädels am Mittwoch, 02.06.2010, zu Hause auf die D-Mädchen von Eintracht Mettingen. Ein Sieg gegen die Mettinger würde auf jeden Fall den dritten Tabellenplatz bedeuten; entsprechend motiviert gingen sie zu Werke. Obwohl die Gäste aus Mettingen einige gute Spielerinnen in ihren Reihen hatten, zeigten sich die SGer Spiel bestimmend. Schon nach wenigen Minuten hätte ein Weitschuss beinahe die Führung gebracht. Diese fiel dann in der 15. Minute. Ina Teltenkötter setzte sich auf der linken Seite durch und ließ mit einem Flachschuss der Gäste Torhüterin keine Chance. Kurz vor der Pause starteten dann die Gäste einige gute Angriffe, die jedoch in unserer Abwehr hängen blieben oder vom sicheren Tormädchen Corinna Rickert abgewerht werden konnten. Kurz nach dem Wechsel besorgte Ina Teltenkötter das 2:0. Danach ließen die Gäste die Köpfe hängen, so dass die SG-Mädels das Ergebnis leicht und locker auf 4:0 (Denise Aufderhaar und Inga Kordes) erhöhen konnten. Durch diesen Sieg hatten sich die D-Mädchen der SG Saerbeck/ Ladbergen den dritten Tabellenplatz gesichert, was einen Besuch in einem bekannten Schnellrestaurant als Belohnung zur Folge hatte. Die Mädels waren hoch zufrieden und ließen sich die Burger, Eis und kühle Getränke schmecken.

Der Spieltag entwickelte sich dann jedoch so, dass für unsere Mädchen vor ihrem letzten Spiel sogar noch der zweite Platz möglich war. Diesen Platz belegte bis dahin GW Steinbeck, gegen die man beide Saisonspiele knapp verloren hatte. Steinbeck hatte alle Spiele bereits absolviert und lag aber mit nur einem Punkt Vorsprung auf dem zweiten Platz. Da die SG-Mädels jedoch ein besseres Torverhältnis hatten, würde im letzten Spiel ein Unentschieden reichen, um an den Steinbeckerinnen vorbei zu ziehen. Das Problem war aber der Gegner im letzten Spiel. Dieser waren die D1-Mädchen von Arminia Ibbenbüren. Der Nachwuchs der Ibbenbürener Regionalliga-Damen ist die absolute Übermannschaft und hatte seit Jahren alle ihre Spiele gewonnen, und das Torverhältnis von 62:3 Tore sprach da eine deutliche Sprache; hinzu kam, das die SG-Mädels im letzten Herbst das Hinspiel gegen die Arminen klar und deutlich mit 0:7 verloren hatten. Die Situation verschärfte sich noch, da drei wichtige Spielerinnen am letzten Spieltag verhindert waren, so mussten unsere Jüngsten voll ran. Mit dem letzten Aufgebot, in dem vier Spielerinnen standen, die eigentlich noch in der E- bzw. F-Jugend spielen könnten, ging die Reise nach Ibbenbüren. Das eigentlich unerreichbare Ziel wurde nochmals formuliert, die Lage ausführlich besprochen, die Taktik festgelegt („hinten dicht und vorne der liebe Gott“) und jeder auf seine Aufgabe eingeschworen. Nervös aber hoch konzentriert gingen alle ins Spiel.

Die Ibbenbürener übernahmen sofort Regie und versuchten die SGer einzuschnüren. Die SG-Abwehr mit Lea Peters, Inga Kordes, Laura Hellinger und Jasmin Austrup, die sonst im Sturm spielt, stand bombensicher. Die Arminen konnten kaum in den Strafraum eindringen bzw. einen Angriff vernünftig zu Ende bringen. Immer wurden sie abgedrängt oder ein SG-Fuß war dazwischen. Unsere jüngsten Spielerinnen, die körperlich und spielerisch mit dem Arminen kaum mithalten konnten, liefen unermüdlich und störten ihre Gegenspielerinnen immer wieder erfolgreich, so dass die Ibbenbürener hin und wieder entnervt aufgaben. Und wenn es dann mal gefährlich wurde, stand mit Corinna Rickert eine Top-Torfrau zwischen den Pfosten. Im Sturm spielten nur Ina Teltenkötter und Denise Aufderhaar. Beide beschäftigten die Arminenabwehr immer wieder, zwei bis drei gute Möglichkeiten ergaben sich auch für die SG. Die Arminen wurden leicht nervös und plötzlich war Halbzeit und es stand immer noch 0:0 … unglaublich. In der zweiten Hälfte das gleiche Bild: die SG-Mädels standen sehr sicher in der Defensive und die beiden Stürmer bleiben stets gefährlich. Zehn Minuten vor dem Ende hätte Ina Teltenkötter beinahe das 1:0 erzielt, aber der Schuss knallte nur an den Pfosten … die Arminen wurden noch nervöser. Auch unter den zahlreichen Zuschauern (viele Eltern) kam allmählich Stimmung auf. Die Arminen verstärkten nochmals den Druck, aber die SG-Abwehr wankte nicht. Lediglich eine verunglückte Flanke, die auf die Latte des SG-Tore fiel, sorgte für den letzten Aufreger und dann war Schluss: die Riesenüberraschung war gelungen und der zweite Platz erreicht. Während die Ibbenbürener Mädchen ein neues Gefühl, nämlich mal nicht gewonnen zu haben, kennen lernen mussten, war die Freude auf unserer Seite bei den Spielerinnen, den Trainern und einigen mitgereisten Eltern riesengroß. Am Ende muss man feststellen, dass unsere D-Mädchen etwas erreicht haben, was kaum möglich schien … so etwas gibt es nur im Fußball.

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